Besichtigung: vom Aufmaß beim Kunden zum Angebot, ohne Zettel
Der erste Termin beim Kunden entscheidet, wie gut das Angebot wird. Trotzdem endet er oft mit einem Zollstock-Zettel, zwölf Fotos im Handy und dem Vorsatz, abends alles sauber aufzuschreiben. Abends fehlt dann die Höhe vom Bad, das Foto der Wunschfliese ist irgendwo im Chat, und das Leistungsverzeichnis entsteht aus dem Gedächtnis.
Die Besichtigung ist eine Zusatzoption zur Zeiterfassung. Sie hält den Termin dort fest, wo er stattfindet, auf dem Handy oder Tablet, und gibt ihn so weiter, dass im Büro daraus ein Angebot wird, ohne dass jemand etwas abtippt.
Wer, wo, was: in einer Minute aufgenommen
Kunde aus dem Stamm wählen oder neu eintippen, mit Telefon und E-Mail. Die Adresse kommt auf Knopfdruck vom Standort des Geräts. Wer auf der Baustelle steht, muss die Hausnummer nicht suchen. Was gemacht werden soll, wird diktiert statt getippt: Mikrofon an, erzählen, die Beschreibung steht als Text im Feld.
Der Kundenstamm ist derselbe wie im Büro. Ein Kunde, der schon ein Angebot hatte, wird nicht ein zweites Mal angelegt.
Räume messen, nicht skizzieren
Jeder Raum bekommt einen Namen, eine Höhe und seine Wände. Bei einem rechteckigen Raum genügen Länge und Breite. Bei allen anderen wird Wand für Wand eingegeben: Länge und der Winkel zur nächsten Wand, ob Ecke 90°, Schräge 135° oder Vorsprung. Daraus entsteht der Grundriss, maßstäblich und sofort sichtbar.
- Einrichtung einzeichnen: Badewanne, Dusche, WC, Waschtisch, Küche, Tür und Fenster, mit Maßen und Drehung. Die dicke Kante zeigt, welche Seite an die Wand gehört.
- Notizen an die Stelle: in die Skizze tippen und schreiben, was dort zu beachten ist. „Rohr kommt hier aus der Wand“ steht dann an der Wand und nicht in einer Liste.
- 3D-Ansicht: der gemessene Raum mit hochgezogenen Wänden und Einrichtung, mit dem Finger drehen, mit zwei Fingern zoomen. Kein CAD, aber genug, um dem Kunden zu zeigen, wovon die Rede ist.
Bodenfläche, Wandfläche und Umfang rechnet das Programm aus. Diese Zahlen sind später die Mengen im Leistungsverzeichnis.
Neue Fliesen zeigen, bevor eine verlegt ist
Die meisten Kunden können sich die neue Fliese im alten Bad nicht vorstellen. Deshalb gibt es Fotos & Fliesen: Raumfoto machen, die Wunschfliese im Musterkatalog oder Ausstellungsraum fotografieren, Fläche wählen: Boden, Wand, Duschbereich oder Küchenrückwand. Dazu ein Hinweis wie „60×120 hochkant, helle Fuge“.
Nach etwa einer halben Minute liegt ein fotorealistisches Bild vor: derselbe Raum, dieselbe Perspektive, die neue Fliese an der gewählten Fläche. Gedrückt halten zeigt das Original. Die Visualisierungen bleiben an der Besichtigung gespeichert, mit Bezug zum Ausgangsfoto. Das Bild ist eine Vorschau, kein Verlegeplan. Es ersetzt die Beratung nicht, macht sie aber deutlich kürzer.
Das Leistungsverzeichnis schreibt die KI vor
Aus der Beschreibung und den gemessenen Räumen erstellt die KI ein Leistungsverzeichnis: Titel, eine ausformulierte Leistungsbeschreibung und Positionen mit Kurztext, Langtext, Menge und Einheit, gegliedert nach Abschnitten wie Rückbau oder Abdichtung. Die Mengen stammen aus den Raummaßen. Deshalb lohnt es sich, erst zu messen.
Jede Position wird, wo es sicher passt, einem Artikel aus dem eigenen Artikelstamm zugeordnet. Was nicht sicher passt, bleibt eine freie Position und wird nicht geraten. Alles bleibt bearbeitbar: Positionen ändern, ergänzen, löschen, Artikel von Hand suchen.
Die KI liefert den Entwurf. Was ins Angebot geht, entscheidet der Handwerker.
Im Büro: „Aus Besichtigung“ statt abtippen
In Auftrag & Rechnung steht unter Angebote der Knopf Aus Besichtigung. Das Büro wählt die Besichtigung, prüft die Artikelzuordnung und legt das Angebot an:
- Der Kunde wird erkannt. Ein neuer Kunde wird mit Adresse, Telefon und E-Mail aus der Besichtigung angelegt.
- Positionen mit Artikel bekommen den Preis aus dem Stamm, bei Bestandskunden den Kundenpreis.
- Die Leistungsbeschreibung wird zum Anschreiben des Angebots.
- Die Besichtigung trägt danach die Angebotsnummer. Doppelt angelegt wird nichts.
Das Angebot öffnet sich als Entwurf. Ab da läuft es wie jedes andere, bis zur Rechnung und zur Nachkalkulation Soll gegen Ist.
Wer darf was
Die Besichtigung ist eine einzeln buchbare Option. Der Fliesenleger, der Bäder saniert, braucht sie, der Gerüstbauer nicht. Sie läuft im Bürobereich der Zeiterfassung, die KI-Funktionen nutzen nur Inhaber und Büro. Fotos werden nur aus dem Speicher des eigenen Betriebs geladen, der KI-Schlüssel bleibt auf dem Server. Hosting in der EU, wie beim Rest.
Wie die Programme zusammenspielen, steht unter Software. Wer seine Besichtigungen heute noch auf Papier macht, ist hier richtig: Ablauf besprechen.